Kurzbeschreibung zum Tandemlernen

Wie funktioniert das Sprachenlernen im Tandem?

Tandem ist eine Form des offenen und autonomen Lernens, bei dem Personen mit verschiedenen Muttersprachen in Paaren zusammenarbeiten. Es geht hauptsächlich darum, kommunikative und kulturelle Kompetenzen zu erwerben. Besonders wichtig ist es, dass die Teilnehmenden nur die eigene Muttersprache als Arbeitssprache anbieten, andernfalls fehlen Kenntnisse und Kernkompetenzen, die für das Tandemlernen notwendig sind. Dazu empfehlen wir dringend, schon Grundkenntnisse in der zu erlernenden Sprache mitzubringen.

Das Tandembüro der Universität Leipzig vermittelt Sprachlernpartnerschaften für eine Vielzahl von Fremdsprachen, z.B. Englisch, Französisch, Spanisch, aber auch Suahili, Chinesisch ect. in Kombination mit Deutsch. Sie können Tandem als Ergänzung zu Sprachkursen oder unabhängig davon nutzen.

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Zu beachten gilt: Tandemlernen ist offenes Lernen, kein Sprachkurs. Weder Sie, noch Ihr Tandempartner/ Ihre Tandempartnerin sind Sprachlehrer. Sie beherrschen aber beide die Sprache, die der andere lernt; und Sie wissen sehr viel über das Leben im eigenen Land.

Ihr Tandempartner/ Ihre Tandempartnerin kann Ihnen als Modell dienen und

  • Ihnen etwas erklären, wenn Sie es nicht verstehen;
  • Ihnen helfen, wenn Sie etwas sagen wollen und nicht wissen wie;
  • Ihre Fehler korrigieren;
  • Ihnen Informationen über kulturelle und individuelle Hintergründe geben.

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Tandem-Teilnehmern. 

Beispiel für  ein Face-to-Face-Tandem:

Irina, eine Studentin aus Moskau, macht ein Auslandssemester in Leipzig und möchte ihr Deutsch verbessern. Neben ihrer Muttersprache Russisch spricht sie auch gut Englisch und Spanisch. Fairerweise gibt sie nur Russisch als Arbeitssprache an, weil sie nur in dieser Sprache mit besonderen Aspekten vertraut ist, wie z.B. der emotionalen Prägung von Wörtern.

Martin, ein deutschsprachiger Student aus Leipzig, möchte sein Russisch verbessern. Beide treffen sich mindestens einmal pro Woche und üben eine Stunde Russisch und eine Stunde Deutsch. Zu Beginn lernen sie sich kennen und besprechen, welche Ziele und Erwartungen sie an die Arbeit im Tandem haben. Außerdem überlegt sich jeder, auf welche Art er oder sie bei Fehlern korrigiert werden möchte. Beide vereinabren, gemeinsam am Ende des Semesters ihre Zusammenarbeit auszuwerten.

Jede Woche wählt das Tandempaar ein Thema aus, über das sie in beiden Sprachen sprechen möchten. Zum Beispiel bringt Martin einmal einen russischen Liedtext mit, den er nicht gut versteht. Die beiden hören sich das Lied an und arbeiten zusammen mit dem Text, sodass Martin seinen Wortschatz erweitert. Irina geht zudem auf kulturelle Hintergründe des Liedes ein und fragt Martin nach deutschen Songs mit ähnlicher Thematik.

Da Irina noch Credits für ihre Heimatuniversität benötigt, meldet sie sich für das Modul Sprachenlernen im Tandem (5 LP) an. Davor besucht sie eine der offenen Informationsveranstaltungen, bucht eine Erstberatung und nimmt am ersten Workshop teil. Irina dokumentiert und reflektiert Ihren Lernprozess im e-Portfolio Mahara, welches zusammen mit der abschließenden Präsentation die Prüfungsleistung für das Modul ist.

 

 

 

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